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Interview: Hautschutz bei häufigem Händewaschen
Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen: Das strapaziert die Haut. Richtige Pflege beugt Schäden vor. © Shutterstock/Krasula
Corona

Interview: Hautschutz bei häufigem Händewaschen

Durch häufiges Händewaschen und -desinfizieren leidet die Haut. Im Kurzinterview erklärt Prof. Manigé Fartasch, wie man den Hautschutz dennoch erhält.

Datum: 30.10.2020

Welche Probleme der Haut im Bereich der Hände könnten durch die Intensivierung der Hygienemaßnahmen auftreten?

In der jetzigen Situation müssen aus hygienischen Gründen die Hände häufiger mit Seife gewaschen werden. Auch werden verstärkt Desinfektionsmittel und feuchtigkeitsdichte Handschuhe zur Vermeidung einer Infektion mit dem Corona-Virus eingesetzt. Vor allem durch das unbedingt notwendige häufige Händewaschen und das Desinfizieren kann es zur Austrocknung der Haut kommen. Im fortgeschrittenen Stadium können dann Entzündungen, die mit Rissen in der Haut einhergehen können, auftreten. Sind einmal Risse entstanden, erschwert dies dann die Anwendung von Desinfektionsmitteln sowie das Händewaschen. Aus diesem Grunde sind rückfettende Maßnahmen, wie das mehrmalige Eincremen der Hände notwendig, um so die Austrocknungseffekte möglichst gering zu halten.

Wie ist es jedoch zum Beispiel bei pflegerischen Tätigkeiten, wo ständig die Hände desinfiziert und die Handschuhe gewechselt werden müssen. Hier ist ja eine Anwendung von Hautpräparaten zwischen dem Handschuhwechsel kaum möglich.

Ja, das ist richtig. Müssen aus Hygienegründen Handschuhe in kurzen Zeitabständen gewechselt werden, können zwischendurch Hautprodukte häufig nicht angewendet werden, da diese einige Zeit benötigen, um in die Haut einzuziehen.

Was können die Beschäftigten stattdessen tun?

Wichtig wäre es hier, die Haut nach der täglichen Arbeit gezielt zu pflegen. Dabei könnten dann auch zum Beispiel harnstoffhaltige Produkte zum Einsatz kommen, die während der Arbeit nicht verwendet werden sollten, da sie die Hornschicht durchlässiger machen können. In den sogenannten Feuchtberufen werden Hautpflegeprodukte für die Hände vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt. Sie sind aber auch als Handcremes überall in Apotheken und Drogeriemärkten erhältlich. Bei den entsprechenden Produkten sollte man jedoch darauf achten, dass sie einen hohen Fettgehalt haben.

Prof. Dr. med. Manigé Fartasch ist Berufsdermatologin am Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV (IPA).

Veröffentlicht von: Redaktion