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Wissensmanagement: So nehmen Führungskräfte Beschäftigte mit
Es braucht eine Person, die die Beschäftigten „mitnimmt“, sie einbindet und für Akzeptanz sorgt, indem sie die Vorteile von Wissensmanagement erklärt. © Foto: Adobe Stock/peshkov
Interviews

Wissensmanagement: So nehmen Führungskräfte Beschäftigte mit

Führungskräfte sollten Bedenken ernst nehmen, rät Wissensmanager Dr. Eike Windscheid.

Datum: 11.08.2021
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Dr. Eike Windscheid ist Wissensmanager und Präventionsexperte bei der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. © UK NRW

Welches Ziel hat Wissensmanagement im öffentlichen Dienst?

Öffentliche Einrichtungen bearbeiten eine Vielzahl an Themen und Fragestellungen. Das spiegelt sich in ihrer Struktur aus verschiedenen Dezernaten, Referaten und Arbeitsgruppen wider sowie in den Disziplinen der Beschäftigten. Ziel von Wissensmanagement ist unter anderem, die fachliche Heterogenität aus den Ausbildungs- und Arbeitsbiografien der Mitarbeitenden gewinnbringend zu nutzen.

Welche Herausforderungen gilt es zu meistern?

Es geht vor allem um Akzeptanz und die menschliche Komponente – und erst dann um technische Hilfsmittel. Denn die Beschäftigten selbst füllen Wissensmanagement mit Inhalt und Leben. Sie sind diejenigen, die sich austauschen, vernetzen und gemeinsam Prozesse etablieren.

Oft scheuen Mitarbeitende aber Veränderungen und den potenziellen Mehraufwand. Deshalb bedarf es einer Person, die die Beschäftigten „mitnimmt“, sie einbindet und für Akzeptanz sorgt, indem sie die Vorteile von Wissensmanagement erklärt. Dies können Führungskräfte, aber auch Wissensmanagerinnen und -manager sein.

Was können Führungskräfte tun, um Wissensmanagement zu fördern?

Wenn Nachfragen und Austausch eher ungern gesehen sind, hemmt dies Beschäftigte, sich an Wissensmanagement-Angeboten zu beteiligen. Führungskräfte können sich gezielt für eine offene Informationspolitik einsetzen. Wenn sie den gegenseitigen Austausch wertschätzen sowie selbst Wissen teilen und Wissen anderer in Anspruch nehmen, zeigen sie, dass Mitarbeitende keine Nachteile zu befürchten haben.

Veröffentlicht von: Isabelle Rondinone