topeins 3/2023

VERANTWORTLICH FÜHREN 3 | 2023 top eins Sich(er ) verstehen G ute, verantwortungsvolle Ent- scheidungen treffen – das ist eine Qualität, die von Men- schen in leitenden Positionen erwar- tet wird. Gleichzeitig entscheiden vor allem Führungskräfte der unteren und mittleren Ebenen bei großen Themen selten allein. Zudem erproben immer mehr Unternehmen und Einrichtungen New-Work-Ansätze, die mehr Beteili- gung aller Mitarbeitenden vorsehen. Was Führungskräfte bedenken sollten: Nur wer vom Nutzen einer Maßnahme überzeugt ist, begeistert sich für deren Umsetzung – nachzulesen ist das in der DGUV Information „Beteiligung“. Und beteiligt werden können Beschäftigte nicht nur bei konkreten Aufgaben, son- dern auch in Entscheidungen. Doch wel- che Methoden stehen zur Verfügung? Zwei Optionen für die Lösungsfindung in der Gruppe sind die Konsens- und die Konsent-Entscheidung. DIE KONSENT-ENTSCHEIDUNG Das Verfahren: Die finale Entscheidung wird nur dann getroffen, wenn keine schwerwiegenden Einwände (mehr) vor- getragen werden. Es geht also nicht da- rum, wie viele Personen für einen Vor- schlag stimmen, sondern wer dagegen votiert – und mit welcher Begründung. Gemeinsam zum Ziel Führungskräfte treffen viele Entscheidungen nicht allein, sondern im Team. Es gibt verschiedene Wege, in Gruppen gute Lösungen zu erarbeiten. Zwei Methoden mit hohem Beteiligungsfaktor aller sind die Konsens- und die Konsent-Entscheidung. Herausforderung: Gerade bei großen Gruppen kann der Zeitaufwand ziem- lich hoch sein. DIE KONSENS-ENTSCHEIDUNG Das Verfahren: Die finale Entscheidung wird nur dann getroffen, wenn alle die- ser zustimmen bzw. sich enthalten. Ablauf: Nachdem ein Vorschlag vorge- tragen wurde, können Teilnehmende ihr Veto einlegen. Anders als bei der Konsent-Entscheidung auch ohne sach- liche Begründung, etwa wegen persön- licher Bedenken. Dann wird so lange diskutiert und nachjustiert, bis alle ei- nem Vorschlag zustimmen. Das kann auch dadurch erreicht werden, dass sich Einzelne enthalten – oder bereit sind, ihre Bedenken zurückzustellen. Vorteil: Alle Stimmen werden gehört, kreative Kompromisse sind möglich. Herausforderung: Ebenfalls oft zeitin- tensiv. Zudem können die Veto-Gründe auch persönlicher Natur sein. Und oft sind einzelne, meinungsstarke Perso- nen bei den Diskussionen im Vorteil. Illustration: raufeld Ablauf: Die moderierende Person refe- riert kurz die Informationen und Ziele zum Vorschlag. Dazu können die Teil- nehmenden Fragen stellen. Dann folgt die erste Meinungsumfrage zum Vor- schlag. Bei einer zweiten Meinungs- umfrage können Teilnehmende ihre Meinung anpassen, falls das Gehörte diese beeinf lusst hat. Anschließend kann der Vorschlag mithilfe der Ideen der anderen modifiziert werden. Und wird dann erneut vorgetragen. Es folgt die Entscheidungsrunde, in der von der Moderation nach schwerwiegenden Ein- wänden gefragt wird. Schwerwiegend bedeutet: Schadet der Vorschlag dem Team/dem Unternehmen und dessen Zielen? Wenn nicht, gilt der Vorschlag als angenommen. Wenn doch, muss der Einwand entkräftet und der Vor- schlag erneut angepasst werden. Bleibt der Einwand bestehen, wird der Vor- schlag abgelehnt – oder die Entschei- dung vertagt. Vorteil: Alle Stimmen und Bedenken werden gehört, aber niemand verhin- dert die Entscheidung ohne einen be- gründeten Einwand. Beschäftigte bei Sicherheits- und Gesundheitsthemen beteiligen: publikationen.dguv.de Webcode: p 206042

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