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Computerbrille: Wann ist sie notwendig?
Wenn Augenbeschwerden regelmäßig auftreten, sollten sich Beschäftigte durch den Betriebsarzt oder die Betriebsärztin beraten lassen. © Adobe Stock/okalinichenko
Gesund bleiben

Computerbrille: Wann ist sie notwendig?

Regelmäßige Augenprobleme sind selten nur auf die Bildschirmarbeit zurückzuführen. Meist liegt ein unbemerkter Sehfehler vor, welcher untersucht werden muss.

Datum: 12.07.2022

Der Kopf schmerzt. Die Augen brennen oder tränen. Vielleicht etwas zu lange am Computer gearbeitet? Das geht sicher morgen wieder weg! So denken viele Menschen. Dabei sind solche Beschwerden – treten sie regelmäßig auf – alles andere als gewöhnlich. Dass sie auf die Bildschirmarbeit zurückzuführen sind, ist eher unwahrscheinlich, sofern der Arbeitsplatz ergonomisch eingerichtet ist und die Pausenzeiten eingehalten werden.

Wahrscheinlicher ist es, dass die Beschwerden auf einen unbemerkten Sehfehler zurückgehen. Das heißt: Entweder liegt eine Sehschwäche vor, es wird aber keine Sehhilfe getragen. Oder die Sehhilfe korrigiert die Sehschwäche nicht vollständig. In beiden Fällen kann eine Beratung durch den Betriebsarzt oder die Betriebsärztin helfen.

Augen untersuchen lassen

Arbeiten die Beschäftigten überwiegend am Bildschirm, müssen Arbeitgebende ihnen ohnehin regelmäßig eine arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten. An welchen Arbeitsplätzen diese Vorsorge bei Tätigkeit an Bildschirmgeräten anzubieten ist, ist mithilfe der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln. Beschäftigte sollten das Vorsorgeangebot annehmen – vor allem dann, wenn sie älter als 40 Jahre sind.

Denn mit fortschreitendem Alter nimmt das Sehvermögen unweigerlich ab. Warum? Die Linse büßt nach und nach an Elastizität ein, wodurch sie die Sehschärfe nicht mehr so gut auf nahe liegende Punkte anpassen kann (Akkommodation). Spätestens dann sind Sehhilfen im Nahbereich erforderlich.

Werden bei der Beratung im Rahmen der Vorsorge Auffälligkeiten festgestellt, ist eine Untersuchung sinnvoll: die Sehschärfe in der Nähe und Ferne sowie Stellungen der Augen werden dabei genau unter die Lupe genommen.

Soforthilfe bei Augentrockenheit

Obwohl mit den Augen alles in Ordnung ist, können sie hin und wieder gereizt sein. Womöglich sind sie zu trocken. Dies kann verschiedene Gründe haben. Das kann helfen:

  • regelmäßig lüften
  • genügend trinke
  • hin und wieder die Augen bewusst schließen
  • regelmäßige Arbeitsunterbrechungen

Sehhilfe arbeitsplatzbezogen wählen

Das Ergebnis der Untersuchung bestimmt dann darüber, wie es weitergeht. Stellt der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin zum Beispiel fest, dass eine gewöhnliche Brille das Sehvermögen nicht zufriedenstellend ausgleichen kann, ist unter Umständen eine spezielle „Computerbrille“ notwendig.

Wichtig bei der Auswahl der passenden Sehhilfe ist es, den Arbeitsplatz (Sehabstand zu Tastatur, Bildschirm und Unterlagen) und die Arbeitsaufgabe der Person individuell zu betrachten und anhand dieser Parameter die geeignete Sehhilfe auszuwählen. Die Kosten tragen im erforderlichen Umfang die Arbeitgebenden.

Zum Weiterlesen

Lesen Sie mehr zu dem Thema in der Information Sehhilfen am Arbeitsplatz – Hilfen für die Verordnung von speziellen Sehhilfen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Veröffentlicht von: Isabelle Rondinone