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Entspannt Zähne zeigen: Mundgesundheit am Arbeitsplatz
Knirschen kann viele Ursachen haben. Eine Aufbissschiene schützt die Zähne und beruhigt Muskeln und Gelenke. © Grafik: Getty Images/Jennifer Borton/Paladjai
Gesund bleiben

Entspannt Zähne zeigen: Mundgesundheit am Arbeitsplatz

Neben Ernährung und Zahnpflege beeinflussen psychische Faktoren die Mundgesundheit. Zähneknirschen und Kieferpressen etwa sind Folgen von zu viel Stress.

Datum: 30.06.2021

In anstrengenden Zeiten beißen wir die Zähne zusammen. Das hier mit der Redensart beschriebene Phänomen ist nicht fiktiv, sondern betrifft viele Führungskräfte ganz real. In Stressphasen pressen viele den Kiefer aufeinander oder knirschen mit den Zähnen. Eine Reaktion, die gravierende Folgen für das Gebiss haben kann.

Denn: „Beim Knirschen reduziert sich die Zahnhartsubstanz durch den Abrieb teilweise so massiv, dass die Aussprache nachhaltig beeinträchtigt wird und sich die Kieferstellung verändert“, erklärt Dr. M. Oliver Ahlers, zahnärztlicher Leiter des CMD-Centrums Hamburg-Eppendorf und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT). „Die Ursachen von Bruxismus als Summe von Zähneknirschen und -pressen sind nicht vollständig geklärt. Eine mögliche Ursache sind seelische Belastungen.“

Bei günstigem Verlauf stellen die Betroffenen das zahnschädigende Verhalten nach Ende einer akuten Belastungsperiode wieder ein, berichtet der Zahnmediziner. „Andererseits gibt es leider auch Fälle, in denen aus dem Knirschen oder Pressen Folgeerkrankungen resultieren.“ Zusätzlich könne es zu erheblichem Zahnverschleiß kommen, bei dem die Zähne ihre Form und Funktion verändern.

Gesundheitsfördernde Arbeitsumgebung

Führungskräfte tragen bereits viel zu ihrer Zahngesundheit bei, wenn sie es schaffen, ihren Arbeitsstress zu reduzieren. Zudem sollten sie auf ihre Ernährung achten: Zucker- und säurehaltige Lebensmittel – wozu auch Kaffee zählt – sollten sie meiden.

Wer sein Gebiss lange erhalten möchte, verzichtet zudem auf das Rauchen. Eine Wurzelbehandlung kommt bei Personen, die rauchen, rund 70 Prozent häufiger vor als bei Nichtrauchern. Das ergab eine Langzeitstudie der Boston University.

Daneben empfiehlt die Bundeszahnärztekammer, im Unternehmen für eine gesundheitsförderliche Arbeitsumgebung zu sorgen, etwa mit Kaugummispendern und Mundspüllösungen im Sanitärbereich.

Empfehlungen zur Zahnpflege

Auch mangelhafte Hygiene kann dem Gebiss zu schaffen machen. Obwohl schon Kinder die Grundregeln der Zahnhygiene verinnerlichen sollen, funktioniert sie auch bei Erwachsenen keinesfalls immer einwandfrei. Nur ein Drittel kennt die Empfehlungen zur Zahnpflege, wie aus der jüngsten Mundgesundheitsstudie der Bundeszahnärztekammer aus dem Jahr 2014 hervorgeht.

Mindestens zweimal am Tag sollen wir zur Bürste greifen und mit vibrationsartigen Bewegungen unter nicht zu starkem Druck unsere Zähne blank putzen – so empfiehlt es die Zahnmedizin. Professor Dietmar Oesterreich von der Initiative proDente rät dabei zu weichen Kurzkopfzahnbürsten mit abgerundeten Borsten-Enden. Eine elektrische Zahnbürste müsse nicht sein, habe aber deutliche Vorteile: Sie erledige die empfohlenen Vibrationen automatisch und besitze oft ein kleines Bürstenfeld, was die Reinigung jedes einzelnen Zahns erleichtere.

Veröffentlicht von: Julia Frese