Conny macht Yoga
© Thomas Walloch
Glosse

Der herabschauende Chef

Bestseller-Autorin Constanze Kleis schlüpft für topeins in die Rolle von Hausmeisterin Conny. Sie betrachtet alltägliche Dinge der Arbeitswelt aus einem ganz speziellen Blickwinkel.

Es gibt Dinge, die hätte ich in unserer Firma so wenig vermutet, wie Kühlschränke in der Antarktis, und dazu gehören Menschen in Leggings auf Yoga-Matten. Nicht dass unsere Belegschaft und ich nicht ein wenig Erleuchtung brauchen könnten, dann und wann. Ganz zu schweigen von all der Entspannung und Beruhigung, die dem Yoga als zertifizierter seelisch-moralischer Tankstelle nachweislich innewohnen. Aufgaben, die bislang die Schale Gummibärchen vorne bei Lisa vom Empfang ganz allein bewältigen musste. Und wer während der Arbeit einen höheren Seins-Zustand erreichen wollte, der musste schon auf die Beförderung warten oder mit dem Aufzug in die oberste Etage fahren.

Om in der Mittagspause

Nun gibt es Yoga in der Mittagspause und eine junge Frau mit beneidenswerter Figur und der Gelenkigkeit einer Artistin aus dem chinesischen Staatszirkus. In dem von mir zum Yoga-Studio umfunktionierten Konferenzraum sagt sie zu den schwitzenden Kolleginnen und Kollegen lustige Sätze wie: „Kommt in den Katzenbuckel und saugt den Nabel ein!“ Tierisch-martialisch wird’s beim Sonnengruß: „Wir gehen vom Krieger über den herabschauenden Hund in die Kobra, zurück in den Hund, den Krieger und wieder von vorn! Om!“ 

Lach-Yoga?

Es ist schon eine Umstellung, den Abteilungsleiter dabei zu beobachten, wie er die Mittagspause nicht wie gewöhnlich mit „Schniposa“ verbringt, sondern damit, sein Schambein zu erden und innerlich zu lächeln. Was für jemand, der gerade im Krieger II steht (Arme geöffnet, hinteres Bein gestreckt, vorderes 90 Grad gebeugt) und Mühe hat, das Gleichgewicht zu halten, sicher keine leichte Aufgabe ist. „Amüsieren Sie sich etwa über mich?“, hat er mich nachher gefragt. Ganz om natürlich. Und ich zu ihm: „Wie käme ich dazu?! Ich mache jetzt Lach-Yoga. Sie glauben gar nicht, wie das entstresst!“ Ehrlich: Yoga im Büro ist mega. Davon profitieren alle und man kann echt was mitnehmen. Auch für zu Hause. Dort lautet meine Lieblingsübung „Der liegende Molch“. Dafür braucht man nicht mal eine Matte. Ein Sofa reicht. Om!
 

Autorin: Constanze Kleis

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