Illustration, strahlende Sonne mit kleinen Schäfchenwolken
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Auf den Punkt gebracht

Gibt es hitzefrei für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Klettern im Sommer die Temperaturen in Richtung 30 Grad Celsius, gibt es für Schülerinnen und Schüler hitzefrei. Wie aber steht es um Beschäftigte? Müssen Unternehmen ihnen auch hitzefrei geben?  Ein klares NEIN!

Grundsätzlich müssen Vorgesetzte ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, an denen sie ohne Gefahr für ihre Gesundheit tätig sein können. Herrscht dort eine extrem hohe Hitze, müssen Unternehmen Abhilfe schaffen. Dazu gehören zunächst einmal ausreichend Getränke sowie das regelmäßige Lüften – am besten auch zusätzlich über Nacht, um die Räume so weit wie möglich abzukühlen.

Die konkrete Gesetzgebung steht in der Arbeitsstättenverordnung sowie in der damit verbundenen Arbeitsstättenregel ASR 3.5. Gemäß §?3 der Arbeitsstättenverordnung in Verbindung mit der Arbeitsstättenregel muss in Arbeitsräumen „eine gesundheitlich zuträgliche Temperatur“ herrschen. Das heißt, die Raumhöchsttemperatur darf nicht mehr als 26 Grad Celsius betragen. Steigt die Außenlufttemperatur auf über 26 Grad Celsius an, müssen Unternehmen Maßnahmen ergreifen, damit die Raumtemperatur 26 Grad nicht übersteigt.

Leistungsvorgaben und Kleiderordnungen lockern

Steigt die Innentemperatur in Arbeitsräumen auf über 26 Grad Celsius, darf dennoch weitergearbeitet werden. Vorausgesetzt, Vorgesetzte sorgen (wie bei sogenannten Hitzearbeitsplätzen auch) für eine Abkühlung durch Schutzmaßnahmen wie beispielsweise Luftduschen. Auch ist es sinnvoll, in solchen Hitzeperioden die Arbeitszeiten zu verkürzen: Maximal sechs Stunden bei einer Innenraumtemperatur von 27 bis 29 Grad Celsius, maximal vier Stunden bei 29 bis 31 Grad Celsius, und bei noch höheren Innenraumtemperaturen sollte nur noch im Notfall gearbeitet werden. Ferner sind stündliche Arbeitspausen sinnvoll: Je höher die Temperaturen sind, desto länger sollten die Pausen dauern (zum Beispiel 20 Minuten bei über 
30 Grad).

Bei solchen Temperaturen kann die Arbeit im Home-Office eine geeignete Alternative sein. Zumindest sollten Vorgesetzte Leistungsvorgaben und Kleiderordnungen lockern.

Autorin: Sabine Hockling, Sachbuchautorin und Wirtschaftsjournalistin (stern, Woche, Zeit online) bringt es auf den Punkt.

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