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Kommunikation

Let's talk! Arbeitsschutzausschuss

„Wirklich? Ist es wieder soweit?“ Ja genau. Drei Monate sind rum, der nächste Termin für den Arbeitsschutzausschuss steht an. Zeit, um sich mit den Beteiligten über Sicherheit, Unfallverhütung, Gesundheit und Prävention im Betrieb auszutauschen. Ein kleiner Zeitaufwand mit großer Wirkung, denn hier wird unter anderem festgelegt, was beim Arbeitsschutz verbessert werden kann und in welchem zeitlichen Rahmen das geschehen soll.

Der Kalender ist voll, Deadlines rücken näher und dann soll auch noch Zeit für den Arbeitsschutzausschuss (ASA) gefunden werden. Zumindest die Vorgesetzten können schwer etwas gegen den Zeitaufwand haben, denn: Hat ein Betrieb mehr als 20 Beschäftigte, sind Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, einen ASA zu bilden. Die Mitglieder kommen mindestens einmal im Quartal zusammen und sprechen über den betrieblichen Arbeitsschutz sowie die Unfallverhütung.

ASA vernetzt verschiedene Akteurinnen und Akteure

An den Treffen nehmen Personen teil, die für Sicherheit und Gesundheit im Betrieb zuständig sind. Das Ziel der Sitzungen ist, diese beiden Bereiche bei der Arbeit zu verbessern. In § 11 des Arbeitssicherheitsgesetztes (ASiG) ist die gesetzliche Regelung zur Bildung eines ASA festgelegt. Dieser Ausschuss setzt sich zusammen aus:

  • Arbeitgeberin oder Arbeitgeber/eine beauftragte Person
  • zwei vom Betriebsrat bestimmten Betriebsratsmitgliedern
  • Betriebsärztinnen und -ärzten
  • Fachkräften für Arbeitssicherheit
  • Sicherheitsbeauftragten nach § 22 des Sozialgesetzbuches VII

Gemeinsam etwas bewegen

Der ASA ist in erster Linie ein Kommunikationsforum. Hier können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Probleme offen ansprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Die verschiedenen Arbeitsbereiche der Beteiligten ermöglichen unterschiedliche Sichtweisen, sodass Schwachstellen ganzheitlich angegangen werden können.
 

Fünf Tipps für erfolgreiche
ASA-Sitzungen

1) Offene Atmosphäre schaffen

Im ASA gibt es keine Hierarchien. In den Köpfen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind und bleiben Sie jedoch die Führungskraft. Das kann dazu führen, dass sie nicht offen Kritik üben möchten. Fordern Sie diese daher ein und denken Sie auch daran: Die Sicherheitsbeauftragten, Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie Betriebsärztinnen und -ärzte sind hier die Experten, denen Sie zuhören sollten.

2) Externe Unterstützung einholen

Die erste ASA-Sitzung steht an? Dann können Expertinnen und Experten der zuständigen Berufsgenossenschaft oder Unfallkassen gegebenenfalls bei der Vorbereitung und Durchführung des ASA unterstützen. 

3) Passende Themen finden

Klassische Themen einer Sitzung sind zum Beispiel das Unfallgeschehen und die arbeitsmedizinische Vorsorge im Betrieb.
Sie möchten aktiv an der Themenfindung mitwirken?

  • - Machen Sie eine Betriebsbegehung mit den Teilnehmenden. So können Sie die Arbeitsbedingungen gemeinsam beurteilen und bewerten.
  • - Nutzen Sie die ASA-Checks als Ideenbörse. Wählen Sie gemeinsam Schwerpunktthemen aus, die Sie bei der nächsten Sitzung besprechen möchten, zum Beispiel „Ergonomie beim Transport“. Die Teilnehmenden haben dann Zeit, sich gezielt auf das jeweilige Thema vorzubereiten. Die ASA-Checks können so für ein strukturiertes Vorgehen bei den Sitzungen sorgen. Die ASA-Checks finden Sie unter auf der DGUV-Webseite.

4) Vertretungsregelungen

„Viele Köche verderben den Brei“, heißt eine bekannte Redewendung. Das kann auch auf ASA-Sitzungen zutreffen, denn große Gruppen erschweren die Kommunikation. Gibt es in einem Betrieb zum Beispiel mehrere Sicherheitsbeauftragte, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie an den ASA-Sitzungen zu beteiligen, zum Beispiel über Rotation und Information.

5) Protokoll führen

„Nein, das haben wir nie vereinbart.“ Um Missverständnisse zu vermeiden und sicherzugehen, dass Abmachungen eingehalten werden, gilt: Führen Sie Protokoll. Dieses sollte auch eine „Wer macht was wann“-
Liste enthalten. Bei der nächsten Sitzung können Sie dann gemeinsam überprüfen, ob alle ihre Aufgaben erledigt haben – 
und wenn nicht, woran die Umsetzung gescheitert ist.
 

Autor: Olaf Wittrock

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