Was sind die Professionen im Arbeitsschutz und was brauchen sie?
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Wissenschaft und Forschung

Mehr Zeit für Zusammenarbeit

Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Leider nehmen sie sich aber zu selten die Zeit dafür. Das finden die Teilnehmenden einer aktuellen Umfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Basi) – die ersten Ergebnisse stellt topeins vor.

Damit Beschäftigte gesund und sicher arbeiten können, sind viele Menschen jeden Tag in den verschiedensten Berufen im Einsatz. Ob Betriebsärztin, Arbeitspsychologe oder Fachkraft für Arbeitssicherheit – sie alle verfolgen das Ziel, dass wir gerne und gesund unserer Arbeit nachgehen können. Doch was brauchen die unterschiedlichen Professionen im Arbeitsschutz, um optimal ihren Job machen zu können? Und sind diese Bedürfnisse bereits Realität? 

Die Basi befragt, gemeinsam mit der Bergischen Universität Wuppertal, aktuell diejenigen, die sich jeden Tag mit dem Thema Arbeitsschutz auseinandersetzen, und stellt fest: Zusammenarbeit spielt für die Befragten eine große Rolle. Das ergab die erste Auswertung der Umfrage zu „Professionen im Arbeitsschutz“, die noch bis zum 5. November 2019 läuft. 

Die Ergebnisse: mehr Zusammenarbeit, mehr  Zeit

„82 Prozent der bisher Befragten – also die große Mehrheit – sehen positive Synergieffekte durch Kooperationen“, sagt Professor Rainer Wieland von der Universität Wuppertal, der die Umfrage entwickelt hat. „Ein weiterer zentraler Punkt in den Aussagen der Teilnehmenden: Über alle Professionen hinweg nehmen Führungskräfte offenbar einen hohen Stellenwert für den Arbeitsschutz ein“, so Basi-Geschäftsführer Bruno Zwingmann. „Die Befragten sind der Ansicht, dass der Beitrag von Führungskräften für Sicherheit und Gesundheit im Unternehmen entscheidend ist.“ Bisher haben überwiegend Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Arbeitspsychologinnen und -psychologen und Betriebsärztinnen und -ärzte an der Umfrage teilgenommen. Und obwohl sie die Zusammenarbeit untereinander und mit Führungskräften ausdrücklich schätzen, sehen sie sie oft scheitern. Grund dafür: mangelnde zeitliche Verfügbarkeit auf allen Seiten. 

Kooperation ernster nehmen

„Mangelndes Interesse der Arbeitgeber und ein hoher Organisationsaufwand stehen dem Zusammenkommen offenbar ebenfalls in vielen Fällen entgegen“, führt Professor Wieland aus. Dabei erleben die Teilnehmenden durchaus, dass Arbeitsschutz durch die Kooperation verschiedener Bereiche effektiver wird – und dass die Kosten sinken. 

„Kein Wunder, dass sich 37,2 Prozent der Befragten dafür aussprechen, dass man schon in der Ausbildung Einblick in andere Professionen bekommen sollte“, sagt Basi-Geschäftsführer Zwingmann. „Auf diese Weise wird früh Verständnis für die Arbeit der anderen geweckt, das erleichtert den Brückenschlag.“

Die Personalabteilung als „neuer“ Partner 

Die Arbeitsschutzfachleute gaben in der Umfrage an, meist mit der jeweiligen Betriebs- (80,2 Prozent) oder Unternehmensleitung (70,2 Prozent) zusammenzuarbeiten. „Nur 54 Prozent kooperieren direkt mit der Personalabteilung – diese Zahl wird zukünftig vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von demographischer Entwicklung und Inklusion zunehmen“, erklärt Bruno Zwingmann. Vor allem bei Gefährdungsbeurteilungen und Arbeitsplatzbegehungen (30,6 Prozent), der Gestaltung von Arbeitsplätzen (20,4 Prozent) und Schulungen sowie Unterweisungen (12,4 Prozent) profitieren die Akteure im Arbeitsschutz von der Zusammenarbeit verschiedener Professionen. Es gibt noch reichlich Raum für Verbesserungen.

Autorin: Natascha Plankermann

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