Foto, Frau im Homeoffice
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My home is my office

Viele Beschäftigte würden gerne von zuhause aus arbeiten. Die Gelegenheit, die Arbeitszeit frei einzuteilen, ermöglicht  den einen, Familie und Arbeitsleben besser zu vereinbaren und den anderen sich schlicht den Arbeitsweg zu sparen. Aber so verlockend es ist, auch für die Arbeit im Homeoffice gelten Regeln.

Noch ist Homeoffice die Ausnahme, doch eine Erhebung des Bundes­ministeriums für Arbeit und Soziales zeigt: Insgesamt würden 40 Prozent der Angestellten, die bislang nicht im Homeoffice arbeiten, dies gern tun. Auch wenn der Wunsch bei vielen Beschäftigten besteht, niemand kann die Arbeit im Homeoffice einfordern. Homeoffice-Lösungen werden in der Regel zwischen Beschäftigten und Vorgesetzten ausgehandelt. Je nach Betrieb ist der Betriebs- oder Personalrat ebenfalls involviert.

Gesundheit im Blick

Homeoffice – die Arbeitsstättenverordnung spricht von Telearbeitsplatz – liegt dann vor, wenn der Arbeitsplatz daheim als fest eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz im Arbeitsvertrag oder in einer Vereinbarung geregelt ist. Die benötigte Ausstattung mit Mobiliar und Arbeitsmitteln muss bereitgestellt und installiert werden. Das bedeutet: Führungskräfte bleiben auch bei der Arbeit im Homeoffice verantwortlich für Sicherheit und Gesundheit ihrer Beschäftigten. Es muss sichergestellt sein, dass der Arbeitsplatz nicht gesundheitsschädlich ist und der Arbeitsort weder im dunklen Keller noch im Kinderzimmer liegt.

Zutrittsrecht muss geregelt werden

Nicht ganz unproblematisch, denn der Arbeitgeber hat zwar weiterhin alle Pflichten – zum Beispiel auch die Pflicht zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung. Er hat dadurch aber nicht automatisch einen Anspruch, die jeweilige Wohnung zu betreten. Dem steht die grundgesetzlich garantierte Unverletzlichkeit der Wohnung entgegen. Sich vom Mitarbeiter schriftlich zusichern zu lassen, dass die Verhältnisse vor Ort den Bestimmungen entsprechen, ist ebenfalls kein Ausweg. Die Lösung: In einer Betriebsvereinbarung oder in der jeweiligen individuellen Vereinbarung wird dem Arbeitgeber und den Personen, die ihn in Fragen des Arbeitsschutzes unterstützen, ein Zutrittsrecht zur Wohnung eingeräumt. Um allen Beteiligten die Planung zu erleichtern, sollten auch Absprachen zu den Terminen einer Begehung getroffen werden.

Arbeitszeiten planen

Die Arbeit im Homeoffice braucht Planung und Abstimmung. Es empfiehlt sich, feste Arbeitszeiten vertraglich zu regeln. So ist auch für die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb klar, wann die Telearbeitenden erreichbar sind. Die Regelung sollte aber nicht zu starr sein. Zu beachten sind zudem die Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes. Führungskräfte sollten Wert darauf legen, dass Beschäftigte im Homeoffice ihre Arbeitstage klar strukturieren und auch Pausenzeiten einplanen. Fragen der Arbeitsorganisation und des Zeitmanagements sollten daher regelmäßig mit den Telearbeitenden besprochen werden.

Wann ist man versichert?

Beschäftigte sind auch im Homeoffice gesetzlich gegen Arbeitsunfälle versichert. Aber Achtung: Das gilt nur für Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Arbeit selbst. Der Versicherungsschutz umfasst keine privaten Verrichtungen – zum Beispiel der Gang in die Küche, um etwas zu trinken.

Autorin: Redaktion

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