Conny über Siesta im Betrieb
© Thomas Walloch
Glosse

Siesta im Büro

Bestseller-Autorin Constanze Kleis schlüpft für topeins in die Rolle von Hausmeisterin Conny. Sie betrachtet alltägliche Dinge der Arbeitswelt aus einem ganz speziellen Blickwinkel.

Es war definitiv ein leises Schnarchen. Ein Geräusch, das man eigentlich nicht in einem Büro vermuten würde. Jedenfalls nicht von einer Führungskraft wie Dr. Schmidt. Von seinem Team wird er auch gern ‚Duracell-Hase’ genannt, weil er pausenlos läuft und läuft. Offenbar aber doch nicht ganz, ohne zu rasten: Denn als ich hinter seinen leeren Schreibtisch blickte, sah ich ihn schlafend auf dem Boden liegen. Professionell ausgestattet mit einer unserer Yogamatten und Nackenkissen Das war sicher nicht seine Powernap-​Premiere, sondern eine Wiederholungstat. 

Nickerchen gegen das Mittagstief

Eigentlich nicht verwunderlich. Als Hausmeisterin habe ich schon die verschiedensten Menschen an allen möglichen und unmöglichen Orten schlafen sehen: in Abstellräumen, hinter Türen, unter Schreibtischen. Einmal sah ich sogar einen Praktikanten hinter dem Kopierer seine Mittagsruhe halten. Klar, so ohne eigenes Büro muss man eben sehen, wo man zu seiner Auszeit kommt. Ich kann das verstehen. Ich finde, dass ein Nickerchen immer noch die beste Methode ist, das Mittagstief zu überbrücken. Und nicht nur ich. 

Fachleute haben längst bestätigt, dass wir es machen sollten wie die Spanier, bei denen neben Sangria und Flamenco die Siesta zur Kultur gehört. Um der lähmenden Hitze in Valencia, Kastilien und Castrop-Rauxel aus dem Weg zu gehen, aber auch, weil die Mittagsruhe nachweislich ein Leistungsbeschleuniger ist. Die Schlafmedizin ist sich einig, dass bedarfsgerechtes Dösen enorme Produktivitätsvorteile bringt. Es senkt sogar den Krankenstand und deshalb sollten wir in Deutschland unbedingt mehr Süden wagen. Vor allem am Arbeitsplatz: Mit offizieller Genehmigung das müde Haupt für kurze Zeit zur Ruhe legen zu dürfen, ist viel effektiver, als den fünften Kaffee zu kippen. 

"Anwesend sein und schlafen"

Und ehrlich: Es wird ja ohnehin schon überall geschlafen. Nur wird in unserer Firma vorgetäuscht, dabei etwas ganz andres zu tun. Die Japaner mit ihrem „Inemuri“ – was so viel heißt wie „anwesend sein und schlafen“ – sind da weiter. Wer viel arbeitet, darf auch öffentlich kurz wegnicken. Ich werde Dr. Schmidt mal darauf ansprechen, ob es nicht klüger wäre, den Powernap für alle zu propagieren. Lieber einmal kurz hinlegen und blitzschlafen, als den ganzen Tag am PC sitzend vor sich hin zu dämmern. Ich denke, das wird ihn überzeugen. Denn auch das spricht schlussendlich für die Siesta: Nachher ist man immer etwas wacher und konzentrierter als davor. 
 

Autorin: Constanze Kleis

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