Schneemann
©Thomas Walloch
Auf den Punkt gebracht

Müssen Beschäftigte bei witterungsbedingter Verspätung nacharbeiten?

Verschlafen, extreme Witterungsverhältnisse, Bahn verpasst – es gibt viele Gründe, warum Beschäftigte es nicht pünktlich zur Arbeit schaffen. Doch müssen sie dann nacharbeiten?

Wie gehen Betriebe im Arbeitsleben mit Verspätungen aufgrund „höherer Gewalt“ um? Die Antwort auf die Frage „Müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Ausfall aufgrund von Witterungsverhältnissen nacharbeiten?“
lautet klar und deutlich: „Ja!“ Kommen Beschäftigte witterungsbedingt zu spät zur Arbeit, muss die Zeit nachgearbeitet werden. Wer das nicht kann oder möchte, muss einen entsprechenden
Lohnabzug durch das Unternehmen akzeptieren. Dazu sind Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber berechtigt.

Bei Schnee und Eis müssen sich Beschäftigte früher auf den Weg machen

Leider geistert noch immer das Argument durch die Welt, dass Witterungsverhältnisse wie beispielsweise Glatteis höhere Macht seien und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür nichts können. Das ist jedoch falsch. Arbeitnehmende sind dazu verpflichtet, sich rechtzeitig auf den Weg zu machen. Dauert der Arbeitsweg im Winter aufgrund der Witterung länger, müssen Beschäftigte einfach früher losfahren. Dabei ist es unerheblich, ob der Weg zur Arbeit mit dem eigenen Fahrzeug oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt wird. Fällt ein Bus oder eine Bahn aus oder kommt zu spät, kann das nicht für Betriebe zum Nachteil gereichen, auch wenn Beschäftigte dafür nichts können.

Betriebe müssen informiert werden.

Wer seinen Arbeitsweg nicht fortsetzen kann, sollte seine Vorgesetzte beziehungsweise seinen Vorgesetzten grundsätzlich zeitnah über die Verspätung informieren. Sie sind schließlich auch davon betroffen und müssen entsprechend planen können. Und wer immer wieder zu spät zur Arbeit erscheint, muss gar mit einer Abmahnung rechnen – vor allem dann,  wenn Witterungsverhältnisse als Ausrede herangezogen werden.
 

Autorin: Sabine Hockling, Sachbuchautorin und Wirtschaftsjournalistin (stern, Woche, Zeit online) bringt es auf den Punkt.

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