verschiedene Formen der Mobilität im Fokus: Auto, Lieferwagen, Rad, E-Roller und Co.
Betriebliches Mobilitätsmanagement

Sicher unterwegs

Egal ob gelegentliche Fahrt mit dem Dienst-E-Bike oder dauernde Nutzung eines Poolwagens oder Lkws: Dienstfahrzeuge sind regelmäßig auf ihre Betriebssicherheit zu prüfen und die Beschäftigten im sicheren Umgang damit zu unterweisen – mindestens einmal im Jahr. Warum sich das für Betriebe lohnt, verrät topeins.

Die Beschäftigten der Stadtreinigung Hamburg sind mit rund 950 Fahrzeugen unterwegs. Neben dieselgetriebenen Pkw und Nutzfahrzeugen ergänzen immer mehr Pkw – testweise auch Abfallsammelfahrzeuge und Großkehrmaschinen – mit elektrischen Antrieben die Flotte. Seit einiger Zeit sind die Mitarbeitenden zudem mit Elektro-Lastenrädern auf Hamburgs Straßen, in den Parks und Grünanlagen unterwegs.

Damit alle die Fahrzeuge sicher handhaben können und sich damit korrekt im Straßenverkehr verhalten, werden die Beschäftigten im Umgang damit unterwiesen – Schlüsselfaktoren dabei sind Erfahrung, genug Zeit und Augenhöhe. 

Neue Erfordernisse bedingen zusätzliche Unterweisungen

Alle Arbeitgebenden sind verpflichtet, entsprechende Unterweisungen mindestens einmal jährlich durchzuführen. Wenn die Situation es erfordert, zum Beispiel nach Unfällen und Beinaheunfällen oder bei einem Fahrzeugwechsel, sind zusätzliche Termine erforderlich. Doch Unterweisungen und Prüfungen sind mehr als nur eine zu erfüllende Pflicht. Sie haben klare Vorteile, da sie 

  • für einen störungsfreien Betriebsablauf sorgen,
  • die Arbeitssicherheit erhöhen,
  • den Krankenstand minimieren und
  • Kosten durch rechtzeitige Reparaturen reduzieren.

Die Gefährdungsbeurteilung hilft, potentielle Gefahren im Umgang mit Fahrzeugen ausfindig zu machen und entsprechende Schutzmaßnahmen festzulegen. Durch die Unterweisung erfahren Beschäftigte davon und können notwendige Schutzmaßnahmen anwenden. 

Themen effizient vermitteln
Wie eine Unterweisung konkret auszusehen hat, ist nicht vorgeschrieben. Führungskräfte können selbst entscheiden, in welcher Art und Weise und mit welchen Methoden die Inhalte vermittelt werden. Hier einige Beispiele:

  • Vorträge eignen sich gut als Einstieg in ein Thema. 
  •  Gruppen- oder Partnerarbeiten lassen die Beschäftigten selbst aktiv werden und ein Thema eigenständig erarbeiten – der Lerneffekt ist hoch.
  •  Praktische Übungen wie Spurwechsel-, Ausweich- oder Bremsmanöver verstärken den Effekt und sorgen für mehr Sicherheit beim Fahren. 
  •  Informationsmaterial ist eine gute Ergänzung zur Unterweisung – entweder vorab verteilt zur Vorbereitung oder nach der Unterweisung zum Nachschlagen.

Je abwechslungsreicher die eingesetzten Methoden und Medien, desto effektiver ist die Unterweisung. 

Schulung auf Augenhöhe bei ausreichender Zeit

Auch die Auswahl der Unterweisenden sowie deren Einstellung hat großen Einfluss. „Die allgemeine Einweisung auf unseren Fahrzeugen wird ausschließlich von Kolleginnen und Kollegen mit viel Erfahrung, bestmöglicher Kompetenz und in einem ausreichenden Zeitfenster durchgeführt“, sagt Thomas Maas, Leiter Technischer Service der Stadtreinigung Hamburg. „Uns ist wichtig, dass dies mit Respekt und auf Augenhöhe geschieht“, betont Maas: „Nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit diesen Fähigkeiten werden für die Einweisungen eingesetzt.“

Hilfreich ist es auch, wenn Führungskräfte und Unterweisende als Vorbild agieren und das gewünschte Verhalten selbst vorleben – etwa auf dem Fahrrad oder dem E-Roller einen Helm tragen. Um die Beschäftigten zur Umsetzung zu motivieren, ist es zudem hilfreich, den persönlichen Nutzen aufzuzeigen und sie zu loben, wenn sie sich entsprechend verhalten. 

Tipp: Die Unfallversicherungsträger unterstützen
Betriebe beim Thema Unterweisung auf vielfältige Weise – von Seminaren über Medien wie Informationsbroschüren, Filme und Handlungshilfen bis
hin zu Lernmodulen.

Angebote erweitern

Über die Unterweisung hinaus kann es förderlich sein, weitere Angebote zum sicheren Umgang mit Fahrzeugen und Rädern anzubieten. Etwa Fahrsicherheitstrainings und Aktionsveranstaltungen, im Rahmen derer die Gefahren durch die Nutzung von Smartphones am Steuer oder der Einfluss von Stress auf das Fahrverhalten thematisiert werden. So geschult kommen Mitarbeitende gesund und sicher an.

Autorin: Kea Antes

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