Link to header
Handy am Arbeitsplatz – erlaubt oder nicht?
Während der Arbeitszeit mal schnell aufs Handy geschaut – das macht doch jeder. Aber ist es auch erlaubt? © Farknot Architect
Update Recht

Handy am Arbeitsplatz – erlaubt oder nicht?

Ob zu Hause, unterwegs oder am Arbeitsplatz – die digitalisierte Welt erwartet ständige Erreichbarkeit. So nutzen viele Beschäftigte auch während der Arbeit ihr Handy – legal oder nicht? top eins schildert die aktuelle Rechtslage.

Datum: 04.04.2019

Verschiedene Untersuchungen belegen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut ein Fünftel ihrer Arbeitszeit für private Belange nutzen. Nicht verwunderlich, dass die private Handynutzung während der Arbeitszeit in mehr und mehr Betrieben generell verboten wird – und das völlig zu Recht.

Wichtig: Unternehmen und Institutionen dürfen sich auf klare bestehende vertragliche oder gesetzliche Rechte berufen, nicht aber von heute auf morgen neue Verpflichtungen schaffen.

Sind private Telefonate oder die Nutzung des Smartphones während der Arbeit nicht ausdrücklich verboten, kann die Belegschaft davon ausgehen, dass der Betrieb nichts dagegen einzuwenden hat. Vorausgesetzt, die Nutzung findet in einem angemessenen Umfang statt. Für das Landesarbeitsgericht Köln zum Beispiel sind täglich zehn Minuten angemessen (Az.: 4 Sa 1018/04).

Es gibt noch weitere Aspekte, warum Unternehmen Mobiltelefone am Arbeitsplatz verbieten. Einerseits geht es um das Thema Konkurrenz: Bei der Arbeit mit Prototypen beispielsweise besteht die Gefahr, dass die Konkurrenz via Smartphone an Bilder und Ähnliches gelangt. Daher sind Mobiltelefone zur privaten Nutzung in solch sensiblen Bereichen häufig generell verboten.

Handyspiele beeinträchtigen die Arbeit

Andererseits wollen Betriebe durch ein generelles Handyverbot die Sicherheit gewährleisten. Das Zugunglück von Bad Aibling zeigt, wie lebenswichtig ein Handyverbot am Arbeitsplatz respektive dessen strikte Einhaltung für Sicherheit und Gesundheit ist. Bis eine Minute vor dem Zusammenstoß zweier Züge spielte der betreffende Fahrdienstleiter ein Computerspiel auf seinem Privathandy. Dadurch war er derart abgelenkt, dass er mehrere Signale falsch stellte und beide Züge auf die eingleisige Strecke schickte. 12 Menschen starben, fast 90 wurden teils lebensgefährlich verletzt.

Was sein muss und was sein darf – Sabine Hockling, Sachbuchautorin undWirtschaftsjournalistin (stern, Woche, Zeit online), bringt es auf den Punkt.

Veröffentlicht von: Redaktion