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Infektionsschutz mit Gefährdungsbeurteilung ermitteln
Die neugefasste SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung besagt, dass Unternehmen mit einer Gefährdungsbeurteilung ermitteln müssen, wie sie die Beschäftigten vor einer Corona-Infektion schützen. © GettyImages/Lightspruch

Update Recht : Infektionsschutz mit Gefährdungsbeurteilung ermitteln

Seit dem 1. Oktober 2022 gilt eine neue SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung. Sie rückt die Rolle der Gefährdungsbeurteilung in den Fokus.

Zum 1. Oktober 2022 ist eine neue Fassung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) in Kraft getreten. Sie betont die Eigenverantwortung der Unternehmen beim betrieblichen Infektionsschutz.

Demnach müssen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in einem Hygienekonzept selbst festlegen, welche Maßnahmen künftig in ihrem Betrieb umgesetzt werden, um die Beschäftigten vor einer Coronainfektion zu schützen. Grundlage für das betriebliche Hygienekonzept ist die Gefährdungsbeurteilung (§§ 5 und 6 des Arbeitsschutzgesetzes).

Tipp zum Weiterlesen

Das BMAS informiert über die Neufassung der Corona-Arbeitsschutzverordnung.

Bewährte Schutzmaßnahmen ergreifen

Mit der Gefährdungsbeurteilung soll zum Beispiel geprüft werden, ob und welche Infektionsschutzmaßnahmen erforderlich sind. Maßnahmen, die zum Infektionsschutz beitragen sind unter anderem:

  • AHA+L-Regel umsetzen: Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten, Hygienemaßnahmen (regelmäßig Hände waschen), Maske tragen, wenn Abstände nicht eingehalten werden können, und regelmäßig lüften
  • Betriebsbedingte Kontakte einschränken: zum Beispiel Videokonferenzen satt Vor-Ort-Meetings, feste Teams bilden, versetzte Pausenzeiten einführen, Personenbelegung von Räumen reduzieren
  • Homeoffice anbieten: Sofern es die Tätigkeit erlaubt und wenn keine betriebsbedingten Gründe entgegenstehen, sollten Arbeitgebende den Beschäftigten anbieten, im Homeoffice arbeiten zu dürfen
  • Corona-Tests bereitstellen: Beschäftigten ermöglichen, sich mindestens zweimal pro Woche kostenfrei durch einen vom Unternehmen gestellten SARS-CoV-2-Antigentest zu testen

Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern oder andere technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten nicht ausreichen, gilt eine betriebliche Maskenpflicht. Das Unternehmen muss medizinische Gesichtsmasken (Mund-Nase-Schutz) oder FFP2-Masken bereitstellen. Sie sind von den Beschäftigten zu tragen.

Klick-Tipps

Folgende Informationen helfen Betrieben dabei, ein Infektionsschutzkonzept zu erstellen:

Handlungsempfehlungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Branchenbezogenen Handlungshilfen der Unfallversicherungsträger

Arbeitsschutzverordnungen gemäß § 18 Absatz 1 und 2 des Arbeitsschutzgesetzes

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung

Infektionsschutzgesetz

Über COVID-19 aufklären und zum Impfen motivieren

Unternehmen müssen ihre Beschäftigten weiterhin über die Risiken einer COVID-19-Erkrankung und die SARS CoV-2 Schutzimpfung informieren. Arbeitgebende sollten der Belegschaft zudem ermöglichen, sich während der Arbeitszeit impfen zu lassen.

Spezifische Schutzmaßnahmen im Gesundheitswesen und Fernverkehr

Für das „Gesetz zur Stärkung des Schutzes der Bevölkerung und insbesondere vulnerabler Personengruppen vor COVID-19“, kurz Infektionsschutzgesetz, sind am 1. Oktober ebenfalls Änderungen in Kraft getreten. Seitdem gilt bundesweit eine FFP2-Maskenpflicht für Beschäftigte im Fernverkehr, in medizinischen Praxen und den Praxen von Heilberufen, sowie eine FFP2-Masken- und Testnachweispflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.