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Was ist beim Urlaub erlaubt?
Ein Rückruf aus dem Urlaub ist nur in dringenden Fällen erlaubt. © Adobe Stock/karandaev
Update Recht

Was ist beim Urlaub erlaubt?

Urlaub dient der Erholung und ist von der Gesetzgebung streng geschützt. Führungskräfte sollten wissen: Nur in Ausnahmefällen können sie Beschäftigten einen Urlaubswunsch ausschlagen.

Datum: 17.06.2021

Wenn im Beruf hohe Arbeitsbelastung und Personalmangel an der Tagesordnung sind, scheint Urlaub in weite Ferne zu rücken. Doch können Arbeitgebende Urlaub tatsächlich verbieten? Fragen rund um den Urlaubsanspruch beantwortet das Bundesurlaubsgesetz. Der Grundtenor ist eindeutig: Arbeitgebende müssen ihren Angestellten die Inanspruchnahme der gesetzlichen oder tariflich vereinbarten Erholungstage ermöglichen.

Kann Urlaub abgelehnt werden?

Wenn Beschäftigte ihren Urlaubswunsch mittels Urlaubsantrag der Führungskraft mitteilen, muss sie ihn gewähren – es sei denn, der Urlaub würde den Betriebsablauf erheblich beeinträchtigen. Dies kann bei personellen Engpässen der Fall sein, etwa aufgrund von Erkrankungen von Kolleginnen oder Kollegen, oder wenn die Arbeitsmenge im anvisierten Zeitraum sehr hoch ist – zum Beispiel aufgrund eines wichtigen Ereignisses (Event, Inventur, Jahresabschluss).

Ebenfalls kann ein Urlaubsantrag abgelehnt werden, wenn es Urlaubswünsche anderer Personen gibt, die aus sozialen Gründen Vorrang haben. Ausschlaggebend können dabei Alter, schulpflichtige Kinder, Urlaub anderer Familienangehöriger, aber auch ein hohes Erholungsbedürfnis sein. Im Detail bleibt das Bundesurlaubsgesetz schwammig, sodass die Führungskraft selbst urteilen und abwägen muss.

Ist es erlaubt, bewilligte Urlaubstage zu streichen?

Wenn einem Urlaubsantrag stattgegeben wurde, haben Führungskräfte wenig Spielraum, diesen zurückzunehmen. Nachträglich können sie ihn nur mit Zustimmung der Arbeitnehmenden und einer entsprechenden Vereinbarung ändern. Eine einseitige – also eine vom Betrieb erzwungene – Änderung ist ausschließlich in Notfällen erlaubt.

Dies gilt auch für den Rückruf aus dem Urlaub. Laut Gesetz ist dieser nur dann zulässig, wenn ohne die beurlaubte Person der Betrieb nicht bestehen kann oder schwere Schäden entstehen würden. Und: Arbeitgebende sind bei einem Rückruf verpflichtet, die anfallenden Umbuchungs- und Stornokosten zu erstatten.

Können Beschäftigte beantragten Urlaub zurückfordern?

Beschäftigte können einen stattgegebenen Urlaubs­antrag ebenfalls nicht ohne Weiteres revidieren. Betriebe sind keinesfalls verpflichtet, einen bereits bewilligten Urlaub rückgängig zu machen, sodass auch in diesem Fall eine einvernehmliche Lösung gefunden werden muss.

Veröffentlicht von: Isabelle Rondinone