Link to header
Spielerisch lernen
Quizze sind eine tolle Möglichkeit, um Spaß am Spiel mit der Vermittlung von Arbeitsschutzthemen zu verbinden. © AdobeStock/ New Africa
Verantwortlich führen

Spielerisch lernen

Der Spieltrieb von Menschen lässt sich nutzen – auch bei der Vermittlung von Inhalten des Arbeitsschutzes. Und zwar auf verschiedenen Leveln.

Datum: 25.04.2022

Führungskräfte wissen: Themen des Arbeitsschutzes zu vermitteln, ist nicht immer leicht. Da ist es gut, noch ein Ass im Ärmel zu haben. Oder eine Box mit Dialogkarten. Etwa zum Thema psychische Belastungen. Zur Leitfrage „Wie gestalten wir Arbeitsaufgaben und Arbeitsinhalte?“ können Beschäftigte auf dem mitgelieferten Arbeitsposter selbst auf einer fünfstufigen Skala bewerten, wie die Situation im Unternehmen ist.

Wird das Thema gleichgültig behandelt oder wertschöpfend – oder irgendwo dazwischen? Die „Kulturdialoge: Prävention“ (ehemals kommmitmensch-Dialoge) erleichtern den Einstieg in die Diskussion. Haben alle ihre Wertung abgegeben, wird gemeinsam nach Beispielen und schließlich Lösungen für die Probleme gesucht.

„Damit es gut funktioniert, braucht es eine Person, die kompetent moderiert“, sagt Lisa Maser, Referentin im Stabsbereich Kommunikation der DGUV. Diese Vertrauensperson steuert die Diskussionen und hilft dabei, dass konkrete Ergebnisse festgehalten werden.

Tipp zum Weiterlesen

Die Kulturdialoge: Prävention helfen Führungskräfte dabei, zu den Themen Sicherheit und Gesundheit mit Beschäftigten ins Gespräch zu kommen. Die interaktive PDF können Sie kostenfrei herunterladen.

In einer Tabelle mit vier Spalten liegen drei Karten, auf denen Illustrationen gezeichnet sind. In der Tabelle befinden sich auch zwei gezeichnete Personen, die jeweils Karten in der Hand nach oben halten.
Auf dem Arbeitsposter der „Kulturdialoge: Prävention“ können alle, die mitmachen, ihre Karten platzieren. © Raufeld Medien

Serious Games vermitteln ernste Themen

Bei den Kulturdialogen dienen die Karten und das Poster vor allem dazu, Diskussionen zu Arbeitsschutzthemen anzustoßen. Ein solch spielerischer Ansatz lässt sich aber noch deutlich steigern. Sogenannte Serious Games bringen ernste Themen in einen unterhaltsamen Rahmen.

Ob als Simulations- oder Abenteuerspiel, bei dem Rätsel gelöst werden müssen – immer wird die Freude am Spiel mit der Vermittlung von Informationen verknüpft. „Dieser Erlebnis- und Spaßcharakter führt dazu, dass alle, die spielen, nebenbei viel lernen, zum Teil auch unbewusst“, sagt Dr. Marlen Cosmar, Arbeitspsychologin am Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG).

Praktisch umsetzen

Spielerische Elemente lockern Unterweisungen und Schulungen auf. Insbesondere wenn sie digital durchgeführt werden, lassen sich leicht Formate wie ein Quiz einbauen. Das bringt viele Vorteile mit sich:

  • Beschäftigte werden aktiv
  • kann als Tool dienen um abzufragen, ob die Beschäftigten die Inhalte verstanden haben
  • Fragen lassen sich variieren und der Schwierigkeitsgrad kann angepasst werden
  • Inhalte sind individualisierbar und auf einzelne Tätigkeitsprofile abstimmbar

Beispiel für ein Quiz zum Thema Online-Unterweisungen gibt es bei der Berufsgenossenschaft Verkehr.

Simkult: Das Simulationsspiel für besseren Arbeitsschutz

Das lässt sich auch für den Arbeitsschutz nutzen. Ein Beispiel dafür ist das bereits vor der Corona-Pandemie entwickelte Simulationsspiel „Kultur der Prävention“ (Simkult): Die Spielerinnen und Spieler sollen Restaurants betreiben, wirtschaftlich und sozial erfolgreich. Dafür müssen nicht nur die Qualität des Essens und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen, sondern auch die Beschäftigtenzufriedenheit, wozu die Gesundheit gehört. Führungskräfte, die das Spiel mit ihrem Team spielen, erfahren dabei auch, welche Art Führung sich die Beschäftigten wünschen. Denn in Simkult übernehmen die spielenden Personen Führungsaufgaben wie die Auswahl neuen Personals.

Noch gibt es nur einen Prototyp. Derzeit testen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise, wie sich die Simulation verändert, wenn es Spielende als Restaurantleitende mit Angestellten zu tun bekommen, deren Eigenschaften von den bisherigen abweichen. Denn diese haben direkte Auswirkungen darauf, wie sich die Entscheidungen zur Mitarbeitendenführung entwickeln. Wann Simkult auf den Markt kommt, steht noch nicht fest. In Kooperation mit einem Kölner Spieleentwickler arbeiten die Projektverantwortlichen aber daran, dass dies möglich wird.

Digitalisierung kurbelt Entwicklung neuer Formate an

Der Trend zur spielerischen Vermittlung wird sich künftig noch verstärken – auch dank der fortschreitenden Digitalisierung. „Besonders für die Online-Nutzung werden neue Ideen und Formate hinzukommen“, ist sich Cosmar sicher. Zur Verbreitung trägt auch bei, dass die technologischen Hürden nicht mehr so groß sind und dass im Homeoffice während der Pandemie der Umgang mit digitalen Formaten geübt wurde.

Veröffentlicht von: Jörn Käsebier