Führungskultur : Kommunikation von Führungskräften: Sicher auftreten in spontanen Situationen
In vielen beruflichen Situationen müssen Führungskräfte spontan reagieren können: Gerade in Besprechungen, Feedbackgesprächen oder Konfliktsituationen entstehen schnell Momente, die wegen kritischer Kommentare oder unerwarteter Fragen schnelle Reaktionen erfordern. Das erfordert, dass Führungskräfte in ihrer Kommunikation darauf vorbereitet sind.
Denn wer in solchen Situationen nicht gleich angemessen reagieren kann oder erst später eine passende Antwort findet, wird schnell als unsouverän wahrgenommen und infrage gestellt.
Gespräche in Stresssituationen: Pausen verschaffen Denkzeit
Nun sind nicht alle Menschen wortgewandt und reaktionsschnell. Die gute Nachricht: Schlagfertigkeit ist weniger eine Begabung als vielmehr eine Kompetenz, die sich trainieren lässt. Sie ist eng mit der Fähigkeit verknüpft, Stresssituationen gut zu bewältigen. Denn gerade unter Druck fällt es vielen Menschen schwer, rasch klare Formulierungen zu finden oder angemessen auf Einwände zu reagieren. Sei es, weil die Kritikpunkte bei ihnen Selbstzweifel auslösen oder weil sie eine emotionale Reaktion hervorrufen.
In beiden Fällen fällt es schwer, eigene Argumente präzise zu formulieren. Es gibt jedoch einfache Techniken und Methoden, um sich Zeit zu verschaffen, Stress zu reduzieren und die Kontrolle über das Gespräch zu behalten. Eine effektive und leicht zu trainierende Methode: die bewusste Pause. Einfach drei Sekunden lang nichts sagen. Dabei normal weiteratmen und den Blickkontakt halten. Denn auch nonverbale Faktoren wie Körpersprache und Präsenz spielen eine wichtige Rolle für die Wirkung in Gesprächen. Die Pause von wenigen Sekunden reicht meist nicht aus, um eine passende Antwort zu finden.
Doch Führungskräfte können sich noch mehr Zeit verschaffen, indem sie eine Gegenfrage stellen. Ein Nachhaken wie „Was meinst du damit?“ oder „Kannst du das genauer ausführen?“ sorgt dafür, dass die andere Seite wieder am Zug ist. Zugleich signalisieren Vorgesetzte damit, dass sie auf den Einwand eingehen.
Kommunikation für Führungskräfte: Humor dosiert einsetzen
Eine zweite Methode besteht darin, sich Rettungssätze zu überlegen und zu trainieren. Diese erlauben es, die eigene Reaktionsgeschwindigkeit zu steigern, weil nur der zur Situation passende genutzt werden muss. „Danke für den Hinweis, ich werde darüber nachdenken“ ist ein neutraler Satz, der in vielen Fällen einsetzbar ist und eine angespannte Gesprächsatmosphäre entschärft.
Soll es hingegen mehr darum gehen, eine Grenze zu setzen, eignen sich pauschale Sätze wie „Dazu haben wir unterschiedliche Sichtweisen“. Das relativiert einen Kritikpunkt, ohne sich inhaltlich für den eigenen Standpunkt zu rechtfertigen. Wer entspannter in Situationen ist, die Schlagfertigkeit erfordern, darf es auch mit Humor probieren.
Er kann Spannungen abbauen und Gespräche auflockern. Wichtig ist aber, das Gegenüber dabei nicht bloßzustellen. Außerdem sollte der Humor der Situation und den Anwesenden gerecht werden. Diese Variante verlangt daher ein gewisses Einfühlungsvermögen.
