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Tipps gegen blendende Sonne und Hitze im Büro
Wenn Licht auf den Bildschirm fällt, müssen sich die Augen stark anstrengen, um noch etwas erkennen zu können. © DGUV/Wolfgang Bellwinkel
Verantwortlich führen

Tipps gegen blendende Sonne und Hitze im Büro

Natürliches Licht ist gesund. Jedoch nicht, wenn die Sonne blendet und die Räume unangenehm aufheizt. Das ist zu tun!

Datum: 01.06.2022

Helle Arbeitsräume sind wichtig. Fehlt Tageslicht dauerhaft, kann dies dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus schaden, zu Erschöpfung und Konzentrationsschwäche führen. Aus diesem Grund fordert die Arbeitsstättenverordnung ausreichend Tageslicht in Arbeitsstätten.

Doch große Fenster und fensternahe Arbeitsplätze bringen auch Nachteile mit sich: Hineinstrahlende Sonne kann stören, da sie die Innenräume unangenehm aufwärmt. Direkter Sonneneinfall blendet zudem Beschäftigte entweder direkt oder indirekt, weil die Sonnenstrahlen von Flächen reflektiert werden.

Besonders negativ macht sich einfallendes Tageslicht bei der Arbeit am Computer bemerkbar. Häufig ist dann auf dem Bildschirm nichts mehr oder nur wenig zu erkennen, sodass sich die Augen stark anstrengen müssen.

Gegen Sonneneinstrahlung im Büro vorgehen

Es gibt viele Möglichkeiten, um an Bildschirmarbeitsplätzen Hitze, Blendung und Reflexion zu vermeiden. Einige sind hier vorgestellt. Viele weitere liefert die DGUV Information 215-444 „Sonnenschutz im Büro“. Führungskräfte sollten ein Auge darauf haben, wie der eigene Arbeitsplatz und die Arbeitsplätze der Beschäftigten gestaltet sind.

1. Art der Verglasung reduziert thermische Belastung

Die Art des Fensterglases beeinflusst, wie licht- und wärmedurchlässig es ist und kann dem Aufheizen von Räumen entgegenwirken. So soll eine Sonnenschutzverglasung möglichst viel Licht und gleichzeitig möglichst wenig Wärmestrahlung durchlassen. In der Regel wird dann trotzdem ein zusätzlicher Sonnenschutz als Blendschutz benötigt.

2. Position des Arbeitsplatzes: das richtige Maß ist gefragt

Je näher sich der Schreibtisch an einem Fenster befindet, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Sonne blendet. Zu weit weg sollte ein Schreibtisch jedoch nicht stehen, damit ein möglichst hoher Tageslichtanteil am Arbeitsplatz gewahrt bleibt. Eine gute Sicht nach draußen muss ebenfalls bestehen bleiben.

Arbeitsplätze sollten zudem so positioniert sein, dass der Blick der Beschäftigten parallel zur Fensterfront gerichtet ist, wenn sie am Bildschirm arbeiten. Andere Positionen haben Nachteile:

  • Fenster befindet sich hinter der arbeitenden Person: Beschäftigte spiegeln sich selbst im Bildschirm. Direktes Sonnenlicht erschwert die Lesbarkeit auf dem Computerbildschirm.
  • Fenster befindet sich vor der arbeitenden Person: Die Helligkeit zwischen Bildschirmanzeige und Umgebung variiert so stark, dass die Augen der Beschäftigten stark beansprucht sind.

3. Sonneneinfall mithilfe von technischem Blendschutz regulieren

Um auf unterschiedliche Tageslichtverhältnisse reagieren zu können, muss sich am Bildschirmarbeitsplatz die Stärke des Lichteinfalls  regulieren lassen. Das fordert die Arbeitsstättenverordnung. Dies erfolgt in der Regel durch geeignete Vorrichtungen zum Lichtschutz an den Fenstern, zum Beispiel Außenjalousien, Markisen, innenliegende Rollos oder Jalousien.

Damit Beschäftigte den Sonnenschutz nutzen können, sollten die Vorrichtungen jederzeit und barrierefrei zugänglich sein. Das heißt beispielsweise, dass Beschäftigte, die einen Rollstuhl verwenden, Kurbeln oder Bedienelemente problemlos erreichen können. Sehbehinderte sollten die Bedienelemente ertasten können.

Gezielte Unterweisung hilft den Beschäftigten, Fehler bei der Bedienung zu vermeiden. Führungskräfte sollten die Beschäftigten regelmäßig über die Möglichkeiten des technischen Blendschutzes informieren.

Praxistipp

Jalousie mit unterschiedlich einstellbaren Lamellen sind besonders vorteilhaft. Der untere Teil der Jalousie kann geschlossen bleiben, damit die Sonne nicht blendet. Die oberen Lamellen bleiben dagegen geöffnet, um trotzdem Tageslicht ins Büro zu lassen.

4. Entspiegelte Bildschirme

Fällt Licht direkt oder indirekt (durch Reflexion) auf den Bildschirm, werden die Kontraste von Bildschirmhintergrund und Zeichen stark herabgesetzt. Die Folge: Auf dem Bildschirm ist kaum noch etwas zu erkennen, Schrift meist gar nicht mehr zu lesen.

Spiegelungen können zudem den Sehapparat beanspruchen. Denn das Auge versucht, sowohl auf die Zeichen auf dem Bildschirm als auch auf das Spiegelbild scharfzustellen.

Führungskräfte können entspiegelte Bildschirme beschaffen lassen, um Blendungen gezielt vorzubeugen. Die Entspiegelungsgüte geben Hersteller von Bildschirmen über das GS-Zeichen und im technischen Datenblatt an.

Klicktipp

In der DGUV Information 215-410Bildschirm- und Büroarbeitsplätze – Leitfaden für die Gestaltung“ erhalten Interessierte weitere wichtige Hinweise, wie Bildschirme für Arbeitsplätze am besten ausgewählt werden.

Veröffentlicht von: Isabelle Rondinone