Arbeitssicherheit : „Impulse geben, die in den Arbeitsalltag übertragbar sind“
Was ist notwendig, um Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz insbesondere im öffentlichen Dienst wirksam zu unterstützen? Antworten liefert der 39. Internationale A+A Kongress 2025, der vom 4. bis 7. November parallel zur A+A Leitmesse in Düsseldorf stattfindet.
Dr. Christian Felten, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Basi), erklärt, warum der A+A Kongress 2025 gerade für die Zielgruppe des öffentlichen Dienstes Impulse liefert – und wie Führung, Kommunikation und Prävention konkret zusammenwirken können. Die Basi ist die Veranstalterin des A+A Kongresses.
Herr Dr. Felten, der A+A Kongress 2025 steht vor der Tür. Was erwartet Teilnehmende aus dem öffentlichen Dienst in diesem Jahr?
Der A+A Kongress gewinnt immer mehr an Bedeutung als Plattform für alle, die sich mit Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit beschäftigen – und das schließt den öffentlichen Dienst ausdrücklich ein. In diesem Jahr haben wir das Programm gezielt erweitert, um den besonderen Anforderungen von Verwaltung, Behörden und öffentlichen Einrichtungen gerecht zu werden. Es gibt eigene Sessions, die sich mit Themen wie gesundheitsfördernder Führung, psychischer Belastung sowie ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung im Bürobereich beschäftigen.
Warum ist eine separate Ansprache dieser Zielgruppe notwendig?
Der öffentliche Dienst hat andere Rahmenbedingungen als die Privatwirtschaft. Die Arbeitsplätze sind oft stärker reglementiert, die Prozesse komplexer, und die Anforderungen an Kommunikation und Führung unterscheiden sich. Gleichzeitig ist der Bedarf an Prävention und Gesundheitsförderung hoch – gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und zunehmender psychischer Belastung. Denn der öffentliche Dienst umfasst viel mehr als die Mitarbeitenden in Kitas, Schulen, in der Verwaltung oder in Behörden. Das heißt, es geht zusätzlich zur psychischen Belastung auch um physikalische, chemische, biologische oder mechanische Gefahren. Davon sind etwa Kolleginnen und Kollegen von der Abfallentsorgung oder bei der Schadstoffannahme, beim Kampfmittelräumdienst, bei der Feuerwehr und in der Straßenunterhaltung oder in der Verkehrssicherung und im Gesundheitswesen betroffen, um nur einige zu nennen. Wir wollen mit dem Kongress Impulse geben, die in den Arbeitsalltag übertragbar sind.
Können Sie ein konkretes Beispiel nennen?
Zu den Höhepunkten zählen Sessions wie „Fit für morgen – wie sich der Arbeitsschutz heute neu aufstellen muss“. Hier geht es um die Frage, wie Führungskräfte in Behörden ihre Teams stärken können, ohne zusätzliche Belastungen zu erzeugen. Wir zeigen Best-Practice-Beispiele, diskutieren mit Expertinnen und Experten aus der Arbeitspsychologie und bieten Raum für Austausch. Zudem spielen krebserzeugende Gefahrstoffe im Zusammenhang mit der neuen Gefahrstoffverordnung und einer Best-Practice-Datenbank eine wichtige Rolle. Außerdem bieten wir Fachforen zum sicheren, gesunden sowie nachhaltigen Betreiben von Arbeitsstätten und es geht um die Qualifizierung von Fachkräften für Arbeitssicherheit. Beim „Forum Arbeitsschutzverwaltung“ treffen sich engagierte Mitarbeitende der Arbeitsschutzverwaltungen von Bund und Ländern, Forschungseinrichtungen und Unfallversicherungsträgern und in einer weiteren Veranstaltung geht es um die Umsetzung eines Arbeitsschutzmanagementsystems. Das ist nur eine Auswahl aus dem Strauß an Formaten, die bewusst interaktiv gestaltet werden – mit World Café und moderierten Kleingruppen.
Klicktipp
Alle Informationen zum 39. Internationale A+A Kongress 2025 sowie Details zum Programm, zur Anmeldung und zu Sonderformaten für den öffentlichen Dienst finden sich auf der Website der Basi unter www.basi.de/aa-kongress.
Der Kongress ist Teil der A+A Messe. Wie profitieren Teilnehmende aus dem öffentlichen Dienst davon?
Die Messe bietet einen umfassenden Überblick über Produkte und Dienstleistungen rund um Arbeitsschutz – von persönlicher Schutzausrüstung bis zu digitalen Tools für die Gefährdungsbeurteilung. Für den öffentlichen Dienst sind insbesondere Lösungen für Büroarbeitsplätze, mobile Arbeit und die digitale Prävention interessant.
Wie sieht es mit der Vernetzung aus – gerade für Teilnehmende, die zum ersten Mal dabei sind?
Vernetzung ist ein zentraler Bestandteil des Kongresses. Neben den Fachsessions gibt es viele Gelegenheiten dazu. Etwa beim Marktplatz der Möglichkeiten, wo sich Basi-Partner präsentieren und zum Austausch einladen. Darüber hinaus richten wir einen Meeting Point ein, der allen – nicht nur den Teilnehmenden aus dem öffentlichen Dienst – den Einstieg und den Kontakt zu anderen Kongressteilnehmenden erleichtert. Gespräche, die dort beginnen, können dann beim abendlichen Zusammenkommen weitergeführt werden.
Welche Rolle spielt die Basi als Veranstalterin in diesem Kontext?
Wir möchten Brücken bauen, indem wir Akteure aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zusammenbringen, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Der A+A Kongress ist dabei unser zentrales Instrument. Für den öffentlichen Dienst ist es wichtig, dass Arbeitsschutz nicht nur als Pflichtaufgabe verstanden wird, sondern als Teil einer modernen Organisationskultur. Wir wollen dazu beitragen, dass Prävention als Führungsaufgabe und als Chance wahrgenommen wird.
Was wünschen Sie sich von den Teilnehmenden?
Offenheit und Neugier. Der Kongress lebt vom Mitmachen. Wer sich einbringt, profitiert am meisten – sei es durch neue Impulse, durch Kontakte oder durch konkrete Handlungshilfen für den eigenen Arbeitsbereich. Und natürlich wünsche ich mir, dass viele Teilnehmende aus dem öffentlichen Dienst den Weg nach Düsseldorf finden. Es lohnt sich.