Gute Führung braucht emotionale Intelligenz
Emotionale Intelligenz trägt zu einer erfolgreichen und konstruktiven Teamführung bei. So können Führungskräfte sie gezielt stärken.
Geschrieben von: Ariana Mirza
Datum: 08.10.2026
Viele Führungskräfte haben noch keine klare Vorstellung davon, was emotionale Intelligenz genau bedeutet. Dabei ist der Begriff seit den 1990er-Jahren definiert: als Fähigkeit, eigene Gefühle und die Emotionen anderer Menschen wahrzunehmen, einzuordnen und angemessen damit umzugehen.
Für Führungskräfte ist diese Kompetenz besonders wichtig. Wer Teams leitet, muss nicht nur Aufgaben koordinieren, sondern auch Spannungen erkennen, Gespräche klug steuern und in belastenden Situationen handlungsfähig bleiben.
Mit emotionaler Intelligenz führen: Vier Bereiche sind wichtig
Wie reagiere ich unter Druck? Die Selbstwahrnehmung ist der erste Faktor der emotionalen Intelligenz. Eng verknüpft ist dieser Bereich mit der Fähigkeit zur Selbststeuerung, die den zweiten Aspekt bildet: Bleibe ich auch in Konfliktsituationen sachlich? Wer sich solchen Fragen unvoreingenommen stellt, kann sein Verhalten gegebenenfalls positiv verändern.
Drittens geht es darum, zu erkennen, was das Gegenüber braucht. Dieser Teil der emotionalen Intelligenz wird als Fähigkeit zur Empathie definiert. Im vierten Bereich geht es darum, Beziehungen aufzubauen, die von Vertrauen und Klarheit geprägt sind.
Die DGUV Information „Sicherheits- und gesundheitsgerechte Führung – Reflexion für das eigene Unternehmen“ ist kostenlos als Download verfügbar.
Stress mindern und Konflikte vorbeugen
Bei der Arbeit in Unternehmen und Einrichtungen treffen häufig Zeitdruck, Veränderungsprozesse und knappe Ressourcen aufeinander – eine Konstellation, die Stress begünstigt. Indem emotional intelligente Führungskräfte klar und respektvoll führen, Stimmungen im Team ernst nehmen und Probleme früh ansprechen, wirken sie deeskalierend.
Emotionale Intelligenz macht Führung nicht „weicher“, sondern wirksamer. Sie hilft, Konflikte früher zu entschärfen, die Zusammenarbeit zu verbessern und gesunde Arbeitsbedingungen zu fördern.
- Selbstwahrnehmung schulen: Regelmäßig das eigene Verhalten reflektieren
- Bedürfnisse und Potenziale erkennen: Mehr nachfragen, weniger vorschnell bewerten
- Beweggründe nachvollziehbar machen: Kritik und Forderungen klar, aber respektvoll formulieren
- Beobachten und nachfragen: Belastungen im Team früh wahrnehmen
- Vertrauen stärken: Arbeitsbeziehungen durch Verlässlichkeit und Offenheit festigen
Kompetenz erweitern
Die gute Nachricht: Emotionale Intelligenz ist keine unveränderliche Charaktereigenschaft. Führungskräfte können ihre emotionale Intelligenz gezielt weiterentwickeln. Schon kürzere Trainings mit Fokus auf Dankbarkeit, Mitgefühl und Reflexion können dazu beitragen, einzelne Bereiche emotionaler Intelligenz zu stärken.
Die DGUV Akademie und die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) bieten regelmäßig Seminare zur Emotionsarbeit an.