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DGUV Barometer Arbeitswelt 2026: Arbeitsschutz stärkt gegen Krisen
Dass Prävention Unternehmen stärkt – etwa gegen Krisen – denkt die Mehrheit befragter Führungskräfte. © Getty Images/Tom Werner

Krisenresilienz : DGUV Barometer Arbeitswelt 2026: Arbeitsschutz stärkt gegen Krisen

Das DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 zeigt: Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit erhöhen die Krisenfestigkeit am Standort Deutschland.

Nach Ansicht von Führungskräften und Beschäftigten trägt der Arbeitsschutz dazu bei, die Krisenfestigkeit von Unternehmen und Einrichtungen zu erhöhen. Das ergab eine repräsentative Umfrage unter mehr als 2.000 Erwerbstätigen im Auftrag der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Erste Hilfe, Brandschutz und Sicherheitsbeauftragte werden als wichtig eingeschätzt – ebenso wie Maßnahmen zur Krisenvorsorge, zeigen die im DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 veröffentlichten Ergebnisse.

DGUV Barometer Arbeitswelt 2026: Führungskräfte sehen Gesundheit als Priorität

Eine deutliche Mehrheit von Führungskräften (544 Vorgesetzte, Unternehmerinnen und Unternehmer nahmen teil) stimmt der Aussage zu, dass Prävention Unternehmen stärkt. Gefragt, warum sie sich persönlich für Arbeitsschutz einsetzen, nannten sie vor allem einen Grund: 94 Prozent wollen ihren Beschäftigten ermöglichen, gesund bis zur Rente zu arbeiten. Danach folgen Motive wie die Einhaltung von Vorgaben, wirtschaftliche Gründe oder die Attraktivität als Arbeitgebende. Die Unterstützung für Prävention spiegelt sich auch in der Entwicklung der Ausgaben für Sicherheit und Gesundheit: Ein Drittel der befragten Führungskräfte gibt an, sein Unternehmen habe in den vergangenen zwölf Monaten mehr für Arbeitsschutzmaßnahmen ausgegeben.

Klicktipp: Alle Ergebnisse des DGUV Barometers Arbeitswelt 2026

Alle Ergebnisse des DGUV Barometers Arbeitswelt 2026 stehen zum Download zur Verfügung.

Für Krisen und Störfälle sehen die Befragten ihr Unternehmen weniger gut gerüstet. Nur rund ein Drittel aller Befragten sieht seinen Betrieb auf beeinträchtigte Lieferketten, Gewaltereignisse, Naturkatastrophen oder langanhaltende Stromausfälle vorbereitet. Besser erscheint die Lage im Hinblick auf Pandemien (64 Prozent), auf Brände oder Explosionen (60 Prozent) sowie auf Cyberangriffe (52 Prozent).

Gesetzliche Unfallversicherung unterstützt Qualifizierung

Die gesetzliche Unfallversicherung unterstützt die Betriebe bei der Sicherheitskultur und Notfallvorsorge ganz konkret – zum Beispiel, indem sie jährlich mehr als zwei Millionen Arbeitnehmende in Erster Hilfe und rund 100.000 als Sicherheitsbeauftragte qualifiziert, die diese Funktionen zusätzlich zu ihrer betrieblichen Tätigkeit übernehmen.

Zu den weiteren Ergebnissen der Befragung gehören:

  • Rund zwei Drittel der Befragten bewerten die wirtschaftliche Situation ihres Arbeitgebers als sehr gut oder gut. Als größte wirtschaftliche Herausforderungen für das eigene Unternehmen sieht die Mehrheit ein Übermaß an Bürokratie (56 Prozent), gefolgt von Personal- und Fachkräftemangel (51 Prozent) sowie Inflation (41 Prozent). Bürokratie und Personalmangel nennen dabei am häufigsten Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.
  • Als Unfallrisiken am eigenen Arbeitsplatz geben die Befragten mehrheitlich Risiken durch Stolpern, Rutschen und Stürzen (53 Prozent) an. Je rund ein Fünftel sieht am eigenen Arbeitsplatz Unfallrisiken durch Bedrohung, Übergriffe oder Gewalt (22 Prozent) beziehungsweise durch den Umgang mit Werkzeugen (21 Prozent) oder Maschinen (21 Prozent). Risiken durch Gewalt nennen besonders häufig Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in Bildungseinrichtungen.
  • In Zukunft werden nach Ansicht der Befragten vor allem Risiken durch eine erhöhte psychische Belastung (60 Prozent) und veränderte Altersstrukturen (48 Prozent) zunehmen. 45 Prozent rechnen damit, dass Risiken durch Cyberangriffe zunehmen.